EIN DOKUMENTARFILM, DER KEINER IST.

IMMA DIESET JEMEKKA.

Am Rande von Berlin bricht der sogenannte Krieg der Kulturen aus. Eine muslimische Gemeinde will auf einem brach liegenden Grundstück eine Moschee errichten. Anwohner schließen sich in einer Bürgerinitiative zusammen, Lokalpolitiker und Neonazis protestieren Hand in Hand gegen den geplanten Bau. Es kommt zu Demonstrationen und Tumulten, bis Brandsätze gelegt und aus Nachbarn Feinde werden. Der reinszenierte Film „Moschee DE“ basiert auf einzeln durchgeführten Interviews mit Protagonisten des ersten Moscheebaukonfliktes dieser Art in den neuen Bundesländern. Die fünf daraus entwickelten Charaktere bieten Wort für Wort einen exemplarischen und tiefen Einblick in die Gemütslage eines Landes, in dem der Islam Teil des Alltags wird.


61 MINUTEN, 5 SCHAUSPIELER, 100% ZITATE.

STIMMEN ZUM FILM

VOM MONOLOG ZUM DIALOG

»Mina Salehpour und Michał Honnens verdichten den Konflikt mittels filmischer Montage. Aus den Originaltexten haben die Autoren Kunstfiguren entwickelt. […] Der Film schafft, was in der Realität schon lange nicht mehr möglich scheint: Dialog. Von persönlichen Motiven und Hintergründen geht es bis zur Kopftuchfrage und Grundsätzlichem. Im Verlauf dieser Konstruktion lösen sich Kategorien wie die Guten und die Bösen auf und machen einer Komplexität Platz, die wir aushalten müssen.«
Grit Lemke | DOK Leipzig 2016

EIN PROTESTPANORAMA
»Die Positionen sind ironisch zugespitzt und zeichnen sich in der Gegenüberstellung holzschnitthaft gegeneinander ab. Mit dabei die üblichen Verdächtigen – von der hippen Neu-Berlinerin bis zum Sprecher einer Bürgerinitiative. Doch was als Karikatur beginnt, wird im Verlauf zunehmend durchlässig für Zwischenpositionen und Widersprüche. Ein Film, der unseren Vorurteilen empfindlich auf den Zahn fühlt.«
Anne Thomé | DOK.fest München 2017

VERWUNDERTE WORTWECHSEL
»Ein Film versucht das Unmögliche: Er will an allen Orten gleichzeitig sein. […] Der Kamera gelingt es, einen Dialog zwischen ihnen herzustellen. In teils fidelen Schnitten antwortet eine Schwäbin auf einen ängstlichen Ostler, und zwischen Imam und Pfarrer entspannt sich ein theologisches Gespräch über den Verbleib Jesu Christi. […] In „Moschee DE“ wundern sich im Grunde alle übereinander.«
Carolin Weidner | taz

RAUM FÜR STARKE EMOTIONEN
»In Zeiten einer erstarkenden Rechten und einer Vielzahl geflüchteter Muslime in Europa, versucht der Film auch eine Stellvertreterdebatte unserer Gesamtgesellschaft zu führen. […] Dem Film gelingt es, die Positionen der Protagonisten an keiner Stelle zu bewerten und so eine komplexe Debatte entstehen zu lassen, die Raum nicht nur für starke Emotionen, sondern auch nachvollziehbare Argumente lässt.« Süddeutsche Zeitung | SZ.de Kultur